Tonleitern als hörbare Beziehungen
Die Formeln zählen Halbtöne vom Grundton. Die abschließende 12 ist die Oktave, keine zusätzliche Tonklasse. Notenbeispiele sind keine Fingersätze.
Mit Intervallen beginnen
Ein Halbton ist in zwölfstufiger gleichschwebender Stimmung der kleinste Schritt: ein Gitarrenbund oder die nächste Klaviertaste einschließlich schwarzer Tasten. Zwei Halbtöne ergeben einen Ganzton. Zähle vom Grundton, nicht nur weiße Tasten. In der Oktave verdoppelt sich die Frequenz.
- Halbtöne vom Grundton
- 1 Ganzton = 2 Halbtöne
- Notenbeispiel
- Halbton und Ganzton: C–Db: 1 · C–D: 2
Ausprobieren
Spiele C–Db–D langsam und höre den Unterschied.
Die Durtonleiter
Dur hat sieben verschiedene Töne. Zwischen Stufe 3–4 und 7–8 liegt ein Halbton, sonst ein Ganzton. Beim Transponieren bleiben die Abstände gleich. Auch ein Stück in Dur kann entlehnte Akkorde oder chromatische Melodietöne enthalten.
- Halbtöne vom Grundton
- 0–2–4–5–7–9–11–12
- Notenbeispiel
- C-Dur: C D E F G A B C
Ausprobieren
Spiele auf- und abwärts, dann eine kurze Phrase zurück nach C.
Natürliches Moll
Gegenüber Dur auf demselben Grundton sind Stufen 3, 6 und 7 erniedrigt. A-Moll teilt die Töne mit C-Dur, hat aber A als Zentrum. Parallele Tonarten teilen Vorzeichen; gleichnamige teilen den Grundton. Harmonisches und melodisches Moll verändern andere Stufen.
- Halbtöne vom Grundton
- 0–2–3–5–7–8–10–12
- Notenbeispiel
- Natürliches A-Moll: A B C D E F G A
Ausprobieren
Vergleiche C-Dur und natürliches C-Moll mit C als Zentrum.
Dur- und Mollpentatonik
Pentatonik hat fünf Töne je Oktave. Dur nutzt 1, 2, 3, 5, 6; Moll 1, kleine 3, 4, 5, kleine 7. Die offenen Abstände eignen sich für kurze Phrasen. Nicht jeder Ton passt über jeden Akkord: Rhythmus und Auflösung bleiben wichtig.
- Halbtöne vom Grundton
- Dur: 0–2–4–7–9 · Moll: 0–3–5–7–10
- Notenbeispiel
- C-Dur- und A-Mollpentatonik: C D E G A · A C D E G
Ausprobieren
Nutze drei Töne, wiederhole den Rhythmus und ändere nur den Schlusston.
Die Moll-Blues-Tonleiter
Eine verbreitete sechstönige Bluesskala ergänzt die Mollpentatonik um die verminderte Quinte. Sie wirkt oft als Spannung im Durchgang. Bendings, flexible Intonation und Rhythmik lassen sich durch eine gleichstufige Notenliste nicht vollständig beschreiben. Dies ist ein Ausgangspunkt, nicht die einzige Bluesdefinition.
- Halbtöne vom Grundton
- 0–3–5–6–7–10–12
- Notenbeispiel
- Mollblues auf C: C Eb F Gb G Bb C
Ausprobieren
Spiele F–Gb–G und löse nach C auf.
Modi und tonale Zentren
Ionisch, Dorisch, Phrygisch, Lydisch, Mixolydisch, Äolisch und Lokrisch ordnen dieselbe Sammlung um verschiedene Zentren. Dorisch hat gegenüber natürlichem Moll eine große Sexte; Lydisch gegenüber Dur eine erhöhte Quarte; Mixolydisch eine kleine Septime. Ein Bordun oder wiederholter Grundton macht diese Unterschiede hörbar.
- Halbtöne vom Grundton
- Ionisch: 0–2–4–5–7–9–11 Dorisch: 0–2–3–5–7–9–10 Phrygisch: 0–1–3–5–7–8–10 Lydisch: 0–2–4–6–7–9–11 Mixolydisch: 0–2–4–5–7–9–10 Äolisch: 0–2–3–5–7–8–10 Lokrisch: 0–1–3–5–6–8–10
- Notenbeispiel
- D-Dorisch: D E F G A B C D
Ausprobieren
Vergleiche D-Moll und D-Dorisch: Halte D als Zentrum und ändere nur Bb zu B.
Von der Skala zur Phrase
Wähle Grundton und Skala, spiele eine kurze Idee, lasse eine Pause und antworte. Vergleiche die Töne mit dem Begleitakkord. Höre, wie wenige Töne zum Zentrum führen, statt alle Skalen nur schnell zu spielen. Nutze eine angenehme Lage und stoppe bei Beschwerden.
- Halbtöne vom Grundton
- Grundton → Phrase → Pause → Rückkehr
- Notenbeispiel
- Phrase auf C: C E G E · D F E C
Ausprobieren
Langsam mit Metronom üben. Entweder Rhythmus oder einen Ton ändern, nicht beides zugleich.









